Würmer am Rande des Nervenszusammenbruchs

Ein Buch über Würmer gelesen. Mit den Würmern ist nicht gut Kirschen essen. Im Grunde handelt es sich um Killerwürmer, eine Spezies, die man in städtischen Grünanlagen eher selten findet. Wenn man das Buch nachts liest, ist man sich aber nicht immer ganz sicher. Allerdings ist man dann in der Regel auf einem sicheren Sitz- oder Liegemöbel ausgebreitet. Es sollen ja aber auch schon Pferde beim Erbrechen vor Apotheken gesichtet worden sein. Gut möglich also, dass Vogelspinnen aus exotischen Topfpflanzen heraus Menschen anfallen und Killerwürmer im Basilikum auf fette Beute lauern.

Die Würmer im Buch stehen mit dem Teufel im Bunde, was natürlich einiges erklärt. Diese Paarbeziehung hat ja auch schon kleine Mädchen und Plastik-Puppen durchdrehen lassen. Der Wurm als solcher hat es mir nicht besonders angetan. Das Buch hat keinen Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis geleistet. Außerdem musste ich häufig an den parasitären Befall naher Blutsverwandter denken. Das lässt sich aber leicht behandeln, also beispielsweise im Vergleich mit Kopflausbefall. Für den Wurm-Wirt mag es aber unangenehmer sein, wenn ein Tier in ihm wohnt und nicht nur über den Kopf spaziert.

Wir scheinen einfach nicht neutral zusammenkommen zu können, der Wurm und ich. Auch wenn ich eine gewisse Faszination für den Kratzwurm und seine darmperforierende Verankerung im Wirtstier nicht verheimlich kann. Während des Lesens mehrfach eingeschlafen. Was selten ein gutes Zeichen ist. Titel auch vergessen, aber lasst besser die Finger davon. Auf dem Buchumschlagstext werden die Würmer im Übrigen unterschlagen. Aus gutem Grund, wie Ihr jetzt wisst. Augen auf beim nächsten Bücherkauf, und zur Sicherheit die ersten 30 Seiten anlesen.

Apropos Tiere: Es gibt wenige Gründe, warum Tiere in Filmen sprechen oder verbeamtete Kriminalisten ersetzen sollten. Aber das ist eine andere Geschichte

3 Gedanken zu “Würmer am Rande des Nervenszusammenbruchs

  1. Perdita

    Wenn Würmer Sie nicht locken können, versuchen Sie es doch einmal mit dem „Tagebuch einer Ameise“ ( von Steve Parker, wenn ich mich nicht irre). Seit der Lektüre dieses Buches hat sich meine Weltsicht doch um einiges verändert.

  2. casus

    Das mit den Würmern im Allgemeinen ist schon eine ganz interessante Sache, Julie. Hat man von Nichts Ahnung, helfen die Würmer dennoch weiter.
    Ich erinnere mich da an eine Story aus einer Zeit, als wir noch nicht Story sondern Geschichte dazu sagten.
    Auf den Nenner gebracht war das so, unser Bio-Prof. an der Uni war ein ausgesprochener Wurm-Fan, auf diesem Gebiet machte ihm keiner was vor (offenbar hatte er seine Dissertation selbst geschrieben). Wir Studenten bereiteten uns also zielgerichtet auf die mündliche vor. Mein Kumpel, vor mir an der Reihe, kommt strahlend wieder raus. ‚Und, was het er gefragt?‘ bedränge ich ihn. ‚Na, Würmer, was sonst.‘ Ich rein, ‚So, junger Mann, dann erzählen sie uns doch mal, was sie über … Löwen wissen.‘ Na klasse, musste ja so kommen. Ich fing an zu stottern, ‚der Löwe, der Löwe … der Löwe – wohnt in Afrika. In Afrika isses wärmer, die Wärmer werden eingeteilt in Ringelwärmer, Bandwärmer…‘ Nun war ich in meinem und seinem Element.
    Oder war es doch nicht so und ich kenne die Geschichte woanders her?
    Was sagt ihr? Könnte auch eine Story sein, aus’m Bundestag? Könnte, ja, ist aber nicht…

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