Keine Sorge, uns geht’s gut

Mopsfidel in die Redaktion getänzelt. Beim Morgenreigen gemeinsames Singen eines Schneeliedes. Der fällt, trotz Polonaise über zwei Etagen, nicht. Stimmung ist gedrückt. Der Vorschlag bis auf weiteres Peter Maffays „Eiszeit“ zu spielen wird zur Abstimmung an die AG Audio, Bürobegrünung & Raumluftbefeuchtung übergeben. Die Abteilung „Wintersport mit Talabfahrt“ baut Sprungschanzen aus Hagelzucker. Kollege weint.

Gegen Mittag eine Übungseinheit „Bodyforming für Anfänger und Fortgeschrittene II mit Schneeschieber und Eiskratzer“ am Newsdesk. Wir tragen die Pinguin-Kostüme vom Vorjahr auf. Das gemeinsame Mittagessen wird im Stehen eingenommen. Aus Respekt vor den Bewohnern des Dschungelcamps ernähren wir uns nur noch von Insekten und selbstgefangenen Mehlwürmern.

In der Nachmittagskonferenz viel Lob vom Chef vom Dienst, er würde seine letzte echte Motte mit uns teilen. Kollege weint schon wieder. Wir planen eine Audio-Video-Bild-Text-Social-Media-User-Generated-Content-Viral-Geschichte über fair gehandelte, atmungsaktive Kinderkleidung aus Naturfasern im öffentlichen Raum. Beitrag soll ein Meilenstein der Hepta- bis Dodecamedialität werden. Wir nominieren uns vorab für den Grimme-Online-Award.

Kurz nach Sonnenuntergang, Feierstunde für den Kommentarspammer 2011 in einer Sonderabteilung der geschlossenen Psychiatrie. Wir überreichen einen neuen Computer, Palette Club-Mate und das Standardwerk „Nie wieder einsam – Kommentarspammer unter sich“. Er nennt uns in seiner Dankesrede liebevoll arme Zensoren-Wixxxer. Kollege schluchzt.

Endlich daheim. Am Abend Besuch von zwei Heiligen der letzten Tage. Ich soll mir keine Hoffnung machen. Beten zwecklos.

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