Das Röhren der Elche

Bislang mussten wir immer davon ausgehen, dass der Mensch das Entwicklungsstadium Schweinaffe nur hinter sich lassen müsse, damit es im Anschluss so richtig losgehen könne. Er würde das Rad erfinden, den Buchdruck und die Outdoor-Klettsandale. Tatsächlich und dazu müssen wir uns hier in aller Deutlichkeit bekennen, sind auch wir dem Affe-Schwein-Mensch Dogma aufgesessen und nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass wir diese falsche Annahme mit dem heutigen Tag ein für alle Mal aus der Welt schaffen können. Es ist uns eine Freude und auch Genugtuung Ihnen mitteilen zu dürfen, dass der Mensch in direkter Linie vom Elch abstammt.

Die Gemeinsamkeiten sind offensichtlich und auch Elch-Skeptiker können ihre Augen nicht länger vor der Realität verschließen. Ist doch für Elche wie Mensch der relativ kurze massige Rumpf charakteristisch. Neben dem Elchbuckel ist aber vor allem der mit Haaren bedeckte Schwanz, der mit acht bis zehn Zentimeter eher kurz geraten ist und nur ein Drittel der Ohrlänge erreicht, evident. Hervorzuheben sind außerdem die breite und überhängende Oberlippe, sowie der bei beiden Geschlechtern vorhandene Kinnbart.

Das Haar ist grob und hart und in der Regel, hier mag es zu modischen Abweichungen kommen, im Nacken kürzer gehalten. Die frisch geborenen Kälber sind und darauf möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich hinweisen, nicht gefleckt. Wir bedauern, dass das Tragen von Geweihen in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr aus der Mode gekommen ist hoffen aber, insbesondere auch durch diesen Beitrag, diese schöne Tradition wieder aufleben zu lassen.

Elche, sie werden verstehen, dass wir an dieser Stelle darauf Bezug nehmen müssen, sind tagaktive Einzelgänger. Müssen mit diesem Wissen nicht alle Versuche, den Menschen als soziales Wesen einzuführen, völlig neu bewertet werde? Nennen Sie mir und zögern Sie nicht mir zu widersprechen, eine erfolgreiche Maßnahme, die das Gegenteil belegen würde. Ich möchte Sie nur an die enormen Kosten des so genannten Bahn-Projektes erinnern. Wie viele Jahrzehnte wurden Menschen nicht nur in dieser Form konzentrierter Gemeinschaft zusammengeführt, sondern dazu auch noch mobilisiert um neue kognitive Anreize zu schaffen? Eines noch: „Die Paarung dauert nur zwei bis drei Sekunden. Sie erfolgt mehrmals am Tage, meistens in den frühen Morgenstunden oder spät am Abend.“ Wir werden das nicht kommentieren, aber spätestens jetzt sollten auch die letzten Zweifler überzeugt sein.

Es ist nicht der röhrende Hirsch, liebe Hobby-Ornithologen, wie wir fälschlicherweise immer wieder angenommen haben, der in heimischen Schlafzimmern zu finden ist, sondern ein Elch und damit in direkter Linie liebe Verwandtschaft. Was dieses seltsam anmutende humanoide Gebaren auch in ein völlig neues Licht rückt. Auch wenn bislang nur wenige Menschen auf die Idee gekommen sind, ihresgleichen dauerhaft konserviert zur Schau zu stellen, muss doch der präparierte Elchkopf und die Präsentation von Schädeln und Geweihen in überwiegend ländlichen Regionen, als Form des Ahnenkultes verstanden werden. In diesem Sinne: Waidmanns Heil!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.