re:publica 2012 – ACT!ON ist, was ihr draus‘ macht

Drei Tage haben sich auf der sechsten re:publica, der Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, in der Station am Berliner Gleisdreieck rund 4000 Menschen getroffen, um über Design, Gesundheit, Innovation, Bildung, Urheberrecht, Bürgerinitiativen, Games, Blogs, Barrierefreiheit, alte und neue Medien, Datenjournalismus, Twitter im Weltall, die Zukunft, Sex, eine bessere Welt und den ganzen Rest zu sprechen. Ein kurzer Beitrag aus dem wirklich wahren Online-Leben u.a. mit Regierungssprecher Steffen Seibert und dem Vatikan.

Auf der internationalen Sprecherliste fand sich auch das eine oder andere politische Schwergewicht. Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda mit Facebook-Seite und Twitter-Account, eröffnete den dritten Konferenztag mit einer sauber vom Papier abgelesenen Rede über die Bedeutung des Internets für die Freiheit. Kroes warb um Unterstützung für die zukünftige Ausgestaltung des Internets und erklärte ACTA für begraben. Die Proteste gegen das Vertragswerk seien ein Weckruf für die Politik in Brüssel gewesen. Kroes wies aber nachdrücklich darauf hin, dass für Fragen des Copyrights Lösungen gefunden werden müssen, die die Interessen der Künstler und Produzenten berücksichtigen. Laut Kroes sind Risiken im Netz für Kinder nie ganz auszuschließen, um so wichtiger werden zukünftig Tools zur Medienerziehung. Summa summarum wäre Neelie Kroes gerne die Web-Mutter für die Web-Kids.

Der unter @RegSprecher twitternde Regierungssprecher Steffen Seibert berichtet über die Netzaktivitäten der Bundesregierung und wünscht Sigmar Gabriel für seinen neuen Twitter-Account viel Glück. Seibert bekennt, dass er selbst, ohne größere strategische Hintergedanken, die Idee hatte, auf Twitter aktiv zu werden, hält das aber nicht für eine Großtat oder, um Seibert zu zitieren: „Man sollte in Sachen der Modernität nicht weit hinter dem Vatikan zurückstehen.“ Twitter dient Seibert u.a. als wichtiges Stimmungsbarometer dafür, was die „Netzgemeinde“ denkt. Der Versuch, Bürger und Nutzer zunehmend ins politische Geschehen einzubinden ist eine Aufgabe, der sich jede Partei und die Bundesregierung stellen muss. Gesetze werden auch zukünftig nicht ausschließlich im Netz gemacht, aber die Debatte und Bewertung wird zunehmend dort stattfinden. Auch der sogenannte Zukunftsdialog soll fortgesetzt werden. Merkels Regierungssprecher hat durch sein persönliches Erscheinen sehr viel positive Werbung für die derzeitige Regierung gemacht.

Fassen wir zusammen: Zukunft ist für alle da. Wie die aussieht, sehen wir morgen. Nix genaues weiß man nicht. Bleibt, die Akkus immer gut aufzuladen, wachsam zu sein und online zu bleiben. Oder, als Merksatz für später: Fragt nicht, was das Internet für euch tun kann, sondern was ihr online tun könnt, um alles ein kleines bisschen besser zu machen. Seit nett zueinander. Abgerechnet wird dann nächstes Jahr in Berlin. Viel Spaß im wirklich wahren Leben mit Internet, Tieren, Freunden und dem ganzen Rest. Gute Nacht.

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