Lasst uns froh und munter sein

Als ich neulich einmal wieder mein Fleischkleid aus marinierter Schweineniere trug fiel mir einmal mehr auf, dass es sehr viele Gründe gibt, froh und munter den kommenden Feiertagen entgegen zu sehen. Auch wenn die Zeiten nicht immer danach sind, das Weltenende naht, der kälteste Winter seit 1000 Jahren unter uns weilt und auf Facebook niemand euer Freund sein will, möchte ich euch zurufen: auch eure Züge sind noch nicht alle abgefahren! Mögen eure Gläser auch halbleer sein, auf Größe und Inhalt kommt es an!

Mit dieser heiter optimistischen Sicht auf eigentlich alles darf es doch verwundern, dass von Teilen der befreundeten Verwandtschaft ein Verhaltenskodex für die kommenden tollen Tage ausgegeben wurde, der kurz zusammengefasst besagt: Lieb sein! Das Problem mit Menschen, die einen gut kennen ist ja, dass sie einen gut kennen und gerade jetzt trifft man geballt auf sie. Und nicht jeder verkraftet die alten Familiengeschichten, die einem jedes Jahr vor Augen führen, was für ein Depp man früher war (bei manchen verwächst es nie) gleich gut.

Jeder Morgen in der alten Heimat beginnt mit einem friedensbewegten Lied auf den Lippen. Und es gibt nur wenig was mich davon abhalten könnte 24 Stunden am Tag Liebe und Licht unter meinen Mitmenschen zu verbreiten. Ganz sicher ist der Spaß aber bei der Betreuung des Kachelofenfeuers vorbei. Wochen im Voraus ist mit dem Holzbeauftragen der Familie die ausreichende Bevorratung zu klären, damit die Raumtemperatur in der Stube bei konstant 65° C gehalten werden kann. Nur im Notfall, d.h. bei temporärer Abwesenheit ist es vertrauenswürdigen Teilen der befreundeten Verwandtschaft gestattet an meiner statt die Überwachung und Versorgung des Feuers zu übernehmen. Wenn dann das Feuer im Herd doch einmal erlischt, wird der Schuldige liebevoll für mehrere Stunden zum Holzhacken hinters Haus geschickt. Gesegneten Weihnachten für uns alle steht ab sofort fast nichts mehr im Wege!

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