Osterhasen! Wollt ihr ewig leben …?

So ihr Hasen, Zeit, die rosa Puschelhasenplüschkostüme wieder aus dem Schrank zu holen und den Körper durch konzentrierten Konsum von Blätterkrokant in Milchschokolade in Form zu bringen. Die Zeiten, in denen wir Stroh zu Gold gesponnen haben, neigen sich dem Ende zu, ab sofort wird über’s Wasser gegangen. Bis es soweit ist, müssen aber noch viele Maultaschen gefaltet, Lämmer geschlachtet und Eier hart gekocht werden. Wer dann auch noch bis zum Wochenende 250 Eier individuell von Hand gestalten möchte, muss früh aufsteh’n.

Der höchste Feiertag der hühnereiproduzierenden Industrie ist nah, und so ist das Gebot der Stunde, den eigenen Körper an die erhöhte Zufuhr von tierischem Eiweiß behutsam aber bestimmt heran zu führen. Spätestens ab sofort ist der Tag mit einem gehaltvollen Eier-Shake, bestehend aus 5 rohen Eiern, einem kleinen Becher Sahne, drei Sardellen, Kapern, einer mittleren Knoblauchzehe und einer rohen Zwiebel, auf nüchternen Magen zu beginnen. Wer’s gerne scharf mag, löst eine Chilischote darin auf. Gefolgt von Eierkuchen mit Zabaione, Eierspätzle mit Eiersoße, Eierschecke zum Kaffee, einem Snack aus Soleiern, Senfeiern, Eiern am Stil. Das Nachtmahl könnte dann aus einer Variation von Eiern im Schlafrock, russischen Eiern, pochierten Eiern und Eiersalat bestehn. Eierfreunde werden an dieser Stelle aber auch gerne kreativ und überraschen ihre Lieben mit neuen Eikreationen. Runtergespült wird mit einem guten Schluck aus dem Eierlikörkanister oder Eierpunsch. Die Kinder verstümmeln in der Zwischenzeit einige frühe Bisquithasen grausam an den Ohren.

Am Festtag selbst hoppeln alle vergnügt über das frische Grün. Wer selbsttätig nichts mehr zu sich nehmen kann, hängt am Eiertropf. Wer jetzt noch bei guter Gesundheit ist, zelebriert ein letztes Schokoladenosterhasenmassaker. Dann ziehen sich alle Familienmitglieder noch einmal über die Tischkante, um den Speisebrei gleichmäßig im Magen zu verteilen und schlafen durch bis Pfingsten.

Nun hab ich einen Blogtext für euch gedrückt, wie Hühner Eier legen, und gehe festlich und geschmückt vielen hundert Maultaschen und bunten Eiern entgegen.*

*frei nach Joachim Ringelnatz, „Pfingstbestellung“

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